Fiete Frahm erotische Collagen

SONDERAUSSTELLUNG IN DEN KATAKOMBEN ST. PAULIS

Friedrich Frahm, besser bekannt als Fiete Frahm, gehört mit seinen St. Pauli-Erotik-Collagen zu den ewigen Kiez-Originalen.
Mit Ausschnitten aus Zeitungen und Prospekten, Gegenständen wie Puppen, Bändern, Plastik-Penissen, Spiegeln, Strapsen und BHs, sowie Fotos, Zeichnungen und Plakatelementen fertigte er seine Kiez-Collagen.

Er selbst sagte immer, er setze das um, was ihm auffällt. Themen seiner Collagen sind sämtliche Spielarten der Erotik, die Liebe zu Hamburg und speziell St. Pauli, aber auch Fast Food, Gentechnik, Schönheit-Chirurgie oder Doppelmoral. Sein Blick aufs Geschehen ist dabei meist ironisch distanziert – oft auch feinsinnig –schmunzelnd oder als böser Kommentar gemeint.
Was auf den ersten Blick wie Monty Python Kamasutra oder Fetischistenkram aussieht, soll vor allem die Fallstricke von Moral und Anstand aufzeigen und auf die erotische Wirklichkeit zwischen Verklemmtheit und Beklemmung aufmerksam machen.
Für Frahm war es also immer mehr als „Schweinkram“, wie die Collagen seine Frau verächtlich nannte. Vielmehr wollte er Klartext „reden“ und Kritik üben.

1918 in Eppendorf geboren, machte er sich in den 50er Jahren zunächst mit der Herstellung von Feuertüren selbstständig und hatte bald ein Geschäft mit 60 Mitarbeitern. Diese Firma überließ er seiner ersten Frau und importierte dann mit seiner zweiten Liebe Reitbedarf. Seine dritte Frau war Kapitänswitwe, mit der er in Blankenese lebte, wo er 2015 im Alter von 96 Jahren starb.

Lange Zeit waren seine Werke im alten Erotic Art Museum neben Werken von Pablo Picasso und Tomi Ungerer zu sehen. Danach wanderten sie in die Museums Bar.
Aktuell sind die Collagen von Fiete Frahm in der Lorsin Art Bar am Hans Alber sPlatz im Erotic Art Museum in der Bernhard-Nocht-Straße 79 zu sehen.

Und in den Katakomben des „Kiosk Mittenmang“ in der Davidstrasse 34